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Wort des Kirchengemeinderates an die Konfirmierten! (von Sieglinde Klein)


Vielleicht wundert ihr euch, weshalb ich eine Leiter mitbringe in den Altarraum. Nun, diese Leiter möchte ich als Bild nehmen für das Leben. Wir Menschen wollen aufsteigen. Sprosse um Sprosse soll der Weg nach oben führen – so sind wir es gewohnt.
Schon als Kleinkind hat es angefangen: erst habt ihr Krabbeln gelernt, dann die ersten Schritte, dann richtig laufen. Die ersten Worte waren etwas Besonderes. Dann gings mit dem Sprechen immer besser voran. Nach dem Kindergarten kam die Schule, also wieder eine Sprosse hinauf. Dann wird die Berufsausbildung oder ein Studium folgen.
Ihr werdet fragen: Welche Aufstiegsmöglichkeiten habe ich im Beruf ? Wo kann ich möglichst weit nach oben kommen?
Und ihr werdet kämpfen und auf der Karriereleiter nach oben steigen – Stufe um Stufe.
Sicher wisst ihr schon: Solche Leitern gibt`s nicht nur in der Schule und in der Arbeitswelt. Auch eure Freizeit ist oft geprägt davon: Spielt ihr Fußball werdet ihr gefragt: Kreisliga oder Bezirksliga?
Und oft werden stolz die gewonnenen Pokale gezeigt.
Immer wieder werdet ihr euch die Frage stellen: Wie weit bin ich schon nach oben gekommen ? Was habe ich erreicht? Auf welcher Stufe stehe ich? Aber es kann auch mal abwärts gehen. Und das tut weh. Es
tut auch weh, wenn ihr freiwillig eine Sprosse heruntersteigt, aber noch mehr, wenn ihr heruntergeschubst werdet. Auch ein
kleiner Schritt zurück wurmt gewaltig, denn wir alle sind in die andere Richtung programmiert. Wir wollen den Erfolg. Wir wollen den Aufstieg – manche sogar um jeden Preis.
Liebe Konfirmanden,  in eurem Konfirmandenunterricht habt ihr eine  Menge vom Glauben und von Jesus gehört.
Er ist nicht die Leiter hinaufgestiegen. Er ist auf der Leiter den umgekehrten Weg gegangen. Er hat seinen Spitzenlatz aufgegeben und ist heruntergekommen. Statt in einem Palast kam er in einem Stall zur Welt. Er wuchs als Kind einfacher Leute auf. Und als er mit etwa 30 Jahren an die Öffentlichkeit trat, hätte es doch eigentlich aufwärts gehen müssen.
Aber zu Beginn seines Wirkens geht er hinunter an den Jordan zu Johannes. Dort stellt sich Jesus zu denen, auf die kein gutes Licht fällt. Er stellt sich mit den Sündern auf eine Stufe und lässt sich taufen. Jesus ist gekommen, um ganz tief herunterzusteigen. Bis zum tiefsten Punkt. Bis zu seinem Tod am Kreuz Dort ist er für uns gestorben. Dort nimmt er uns unsere Schuld und unser Versagen ab und versöhnt uns mit Gott.
Mir sagt das: die Leiter nach oben kann nicht das Maß aller Dinge sein. Das Ziel des Lebens kann es nicht sein, so hoch wie möglich aufzusteigen, sondern es geht darum, dem zu begegnen, der zu uns heruntersteigt und den Weg ans Kreuz für uns geht. Es geht darum, Jesus kennenzulernen und ihn ins Leben aufzunehmen und Frieden mit Gott zu haben.
Kinder Gottes werden wir nur durch den Glauben und durch die persönliche Beziehung zu Jesus. Mit ihm haben wir einen Fixpunkt im Leben, der selbst dann fest bleibt, wenn unser Leben und unser Glaube ins Wanken geraten.
Wenn ihr Jesus kennt und euch an ihn haltet, dann braucht ihr euch nicht mehr krampfhaft festhalten an eurer Karriereleiter. Dann müsst ihr auch keine Angst haben vor Abstürzen, weil er euch festhält und euch zur Seite steht.
Unterstreichen möchte ich das Gesagte mit einem neueren Lied, das der Jugendkreis schon öfter in der Gemeinde gesungen hat :

Du bleibst an meiner Seite, du schämst dich nicht für mich.
Du weißt ich bin untreu, und dennoch gehst du nicht.
Du stehst  zu unsrer Freundschaft. Obwohl ich schwierig bin,
hältst du mir die Treue, gehst mit mir durch dick und dünn.
Du bist treu Herr, an jedem neuen Tag.
Du bist treu Herr, auch wenn ich versag, bist du treu, Herr.
Unerschütterlich hält deine Treue mich, du bleibst mir treu.

Liebe Konfirmanden,
ich möchte euch zu den zahlreichen Veranstaltungen, die es in unserer Gemeinde gibt einladen. Hier sollt ihr mehr über den Glauben und von Jesus hören. Ab jetzt dürft ihr das Patenamt übernehmen und bei der nächsten  Wahl zum Kirchen-
gemeinderat selbst wählen. Ich möchte euch einladen im Jugend- und Kirchenchor oder im Posaunenchor mitzumachen und euch im Jugendkreis zu engagieren und so unsere Gemeinde mitzugestalten. 

 

 



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